
*dac*dasMo*ff*102*
Alles dauert länger und alles kommt anders, als man denkt.
Chris Hartmann beantwortet Linus Frank fynf Fragen über *y*dieBessermacha*.
Linus
Wir sind auf *y*. Das *y* steht für Why? Für Warum? Das nehme ich gleich als erste Frage: Warum habt ihr dieBessermacha° ins Leben gerufen?
Chris
Wir sind überzeugt, dass die meisten Menschen
das Herz am rechten Fleck haben.
Viele Gründa° wollen die Welt
glücklicher, gesünder und gerechter machen.
Mitarbeita° arbeiten lieber für
erstklassige Unternehmen als für
drittklassige Ausbeuter.
Kundaen° kaufen lieber von
erstklassigen Unternehmen.
Kurz gesagt:
die Mehrheit will es besser machen.
Wenn es dann aber darum geht,
wer die Projekte finanziert,
wenn Investoraen° ins Spiel kommen,
dann verschieben sich die Interessen.
Investoraen° fordern Rendite.
Was ihr gutes Recht ist.
Doch dieses Streben nach Profitoptimierung
sorgt – bisher – für eine ungesunde Umverteilung.
Projekte starten mit der Vision einer gerechteren Welt,
wechseln dann aber auf Druck der Investoren
zu den üblichen Profit-Strategien.
Da sagen wir:
das kann man besser machen.
Linus
Wie kann ich mir das konkret vorstellen?
Chris
Erstaunlich einfach.
Wir zeigen Gründan° unkonventionelle Wege.
Anstatt direkt mit ihrem Herzensprojekt loszulegen,
bieten wir Workshops mit fremden Ideen an.
Gerade nichts Weltbewegendes.
Langweilige Themen.
Ideal, um erste Erfahrungen in der Geschäftswelt zu sammeln.
Entscheidungen fallen viel leichter,
wenn es einfach nur irgendein vorgegebenes Projekt ist,
und nicht die eigene Idee.
Das Ziel ist, mit diesen langweiligen Projekten
genug Startkapital zu verdienen,
und – ganz wichtig –
auch genügend Praxiserfahrung zu sammeln,
um dann das eigene Herzensprojekt
ohne Investoraen° selbst zu finanzieren.
Do it yourself.
Pay it yourself.
Own it yourself.
Linus
Wenn das so einfach ist, warum hat das bisher noch niemand gemacht?
Chris
Das kannst du so nicht sagen.
Es gibt bereits viele ganz ähnliche Programme.
Es gibt auch viele Gründa°,
die ohne ein Programm, von sich aus
ein unspektakuläres Geschäftsmodell entwickelt haben
und damit sehr erfolgreich sind.
Samy Liechti zum Beispiel,
hat 1999 in der Schweiz einen Sockenversand gegründet
mit dem ersten Socken-Abo der Welt.
Mittlerweile eine 25 Jahre währende Erfolgsgeschichte.
Es gibt tausende weiterer Beispiele.
Weil das aber unspektakuläre Projekte sind,
wird nicht viel darüber berichtet.
Triggert nicht.
Bringt keine Klicks.
Linus
Wenn es schon viele ähnliche Programme gibt, was ist dann euer USP?
Chris
Wir decken die gesamte Wertschöpfungskette ab.
Angefangen bei den Gründan°
über eine eigene Ynfrastruktur,
weiter zu den Fachkräften
bis hin zu unserem eigenen
zett-zertifizierten Marktplatz.
Linus
Das klingt extrem komplex. Wie finanziert ihr das Programm?
Chris
Komplex ist es in der Tat.
Wir haben es verschlankt,
indem wir es komplett digital angelegt haben.
Keine Gebäude.
Keine Reisen.
Keine persönlichen Treffen.
Alles läuft per Email.
Der Großteil unserer Finanzierung besteht also darin,
die Kosten gering zu halten.
Den verbliebenen Kapitalbedarf
decken wir mit Mitgliedsbeiträgen,
Spenden und Kursgebühren.
Linus
Die Clubz-Kommunikation und Workshops laufen also per Email? Ihr habt keine App?
Chris
Eine App hätte keine relevanten Vorteile
gegenüber den Emails,
jedoch einige ganz erhebliche Nachteile.
Linus
Wie sieht eure Zielgruppe aus?
Chris
Bunt.
Alle Altersgruppen,
alle Geschlechter,
alle Branchen.
Das verbindende Element ist die Einstellung.
Die Bereitschaft, Gewinne mit den Mitarbeitan° zu teilen.
Das Bekenntnis zu den 17 Nachhaltigkeitszielen.
Linus
Damit sind wir auch schon über die fünf Fragen hinausgeschossen. Trotzdem noch eine Zusatzfrage: Mit wem würdet ihr gerne ins Gespräch kommen?
Chris
Ich sag mal so:
Erstklassige Unternehmen,
die uns mit Fördermitteln unterstützen,
sind immer gern gesehen.
Linus
Für die ist das ja auch interessant, Zugang zu Gründan° zu bekommen, die mit kleinen Budgets großes bewirken können. Wir spielen wie immer gerne den Vermittler und bieten unsere Email-Adresse zur Kontaktaufnahme an.
Wie bisher gilt auch heute: Kostenfreie Lizenzen für Interview-Abdrucke, print und digital, sind erhältlich über redaktion@morgenjournal.berlin.
