*tnd*ente*111*
Ente:
Dieser #Ententalk ist ein Auszug aus einem längeren Gespräch:
Ente:
Von den Try-ups habe ich intern schon einige Pitches gesehen. Wenn ich das richtig verstehe, ist das sowas Ähnliches wie Start-ups. Beißt sich das nicht mit deinem vorigen Rant über Umweltweltschutz als Geschäftsmodell?
PDK:
Ganz und gar nicht. Die heißen ja Try-ups, weil es ums Ausprobieren geht. Man rechnet damit, dass die ersten 20 bis 30 Versuche nicht funktionieren werden. Entsprechend investiert man kein Geld, sondern nur die Kreativität des Teams und Zeit. Es gibt also keinen Erfolgsdruck und auch keine Investoren.
Ente:
Der Antrieb ist aber ja die Hoffnung, am Ende Erfolg zu haben. Da schwingt in meinen Augen schon ein finanzieller Anreiz mit. Die Pitches sehen jedenfalls nicht anders aus, als das, was ich in Start-up-Hubs zu sehen bekomme.
PDK:
Die sehen auf den ersten Blick gleich aus. So wie umfahren und umfahren gleich aussieht, aber genau das Gegenteil bedeutet.
In den Try-ups geht es ums machen. Daoismus. Der Weg ist das Ziel.
Wenn du mitmachst, wirst du mächtig. Du hast Kontrolle, über das, was du machst. Du bestimmst. Du bekommst sehr schnell Feedback, was funktioniert und was nicht. Dieses Gefühl von Ohnmacht, das gerade Social-Media vermittelt, löst sich auf.
Wir haben halt doch mehr Macht, als hin und wieder einen Wahlzettel auszufüllen oder unseren Supermarkt bewusst auszuwählen. Wir können unsere Ideen viel einfacher umsetzen, als ein BWL-Studium uns glauben macht. Jedenfalls dann, wenn man die eigene Erwartungshaltung von ‘morgen bin ich Millionär’ auf ‘morgen bin ich ein Stück schlauer’ wechselt.
DML:
Die Teilnehmenden erkennen, dass gründen etwas Spielerisches, Einfaches sein kann, wenn man die finanziellen Aspekte ausklammert.
Der häufigste Fehler beim Gründen ist, dass die Gründa° es zu verbissen angehen. Start-ups werden direkt als Vollzeit-Jobs gestartet, die ein Leben finanzieren sollen.
Plan.
Pitch.
Finanzierung.
Umsetzung.
Millionär.
So funktioniert aber das Leben nicht.
Mit jedem Rückschlag, jeder Verzögerung, jeder Planänderung bricht da etwas Selbstvertrauen. Die Leute verbiegen sich für Anschubfinanzierungen, verkaufen ihre Seele an Investoren. Selbst wenn es am Ende doch noch irgendwie klappt, ist die Kontrolle längst weg und alle guten Vorsätze werden von den Investoren zu Greenwashing parodiert.
Gruselig.
Als ich vor Jahren eine Gründa°Selbsthilfe-Gruppe hatte, war das der rote Faden, der alle Projekte verband.
PDK:
Deswegen der Begriff Try-ups.
Deswegen das Budget-Limit von 185 Euro. Wobei da manchmal geschummelt wird.
Deswegen ein Zeit-Limit von 4 Stunden pro Woche. Wobei da ziemlich oft geschummelt wird.
Deswegen der spielerische Ansatz. Bei dem wird nicht geschummelt.
Ente:
Mir raucht jetzt der Kopf.
Das Konzept habe ich halbwegs verstanden. Dass alles so vage gehalten ist, ist Teil des Konzepts, damit sich jeda° seinen eigenen Raum schaffen kann.
Auf meinem letzten Post-it steht jetzt noch ‘dasMo-Motto’. Wer mag das noch kurz erklären?
DML:
Nachdem bei #Vision2028 jeda° mitmachen kann, völlig Fremde aufeinander treffen, brauchten wir Spielregeln, an die sich alle halten müssen. Da wurde uns recht schnell klar, dass das keine 30 Seiten können. Auch keine drei Seiten. Nicht einmal eine Seite wird gelesen.
PDK:
Also haben wir dasMo-Motto auf drei Zeilen komprimiert:
#MenschFirst
Handeln im Sinn der 17 SDG
Respektvolle Kommunikation
Ente:
Wie wird dasMo-Motto umgesetzt und durchgesetzt?
PDK:
Ein Großteil der Kommunikation läuft über die Redaktion des morgenjournal.eu oder das Sekretariat der byrgalobby.eu. Die filtern und moderieren. Und zwar nicht erst, bei Beleidigungen oder Drohungen, sondern bereits bei Respektlosigkeiten.
Wenn es bei direkter Kommunikation in den Gruppen, das läuft ja fast alles per Email, Konflikte gibt, kann mensch sich an die hauseigene Mediation *y*sotto-voce wenden.
Wie bei allem im Leben: Es funktioniert nicht immer. Es gab und gibt auch bei uns Gruppen, die sich zerstreiten und daran zerbrechen. Im Großen und Ganzen sind wir mit der Kombination von Motto und Mediation aber sehr zufrieden.
Ente:
Dann bin ich jetzt auch zufrieden. Alle Post-its abgearbeitet. Ich danke euch für eure Zeit und wünsche euch allen denkbaren Erfolg.
DML:
Als Schlusswort möchte ich nochmal sagen: alles beginnt mit den Träumen, Wünschen und Sehnsüchten. Wir laden daher alle Lesa° ein, ihre #Vision2028 mit uns zu teilen.